Bolivien (4): …, Garten Eden, Inkas und Che Guevara

Wer auf der Suche nach paradiesischen Landschaften ist, wird in Bolivien auf jeden Fall fündig. Samaipata mitten im bolivianischen Dschungel gehört sicherlich mit zu den schönsten Gegenden Südamerikas.

Nicht umsonst heißt ¨Samaipata¨ auf Quechua ¨Ruhe in der Höhe¨. Der 4000 Seelen Ort liegt in den Ausläufern der Anden auf etwas über 1600m über dem Meeresspiegel. Um das Dorf herum erheben sich grüne Hügel und manche der Gipfel erinnern an die berühmten Bilder von Machu Pichu, der berühmten Inca Stadt in den peruanischen Hochanden. Im Samaipata selbst gibt es nicht viel zu sehen. Auf dem zentralen Platz gibt es einige Kaffees und in den Seitenstraßen mehrere Hostels. Der Ort lebt vom Tourismus, allerdings haben die Massen Samaipata zum Glück noch nicht entdeckt.

Vor allem für Naturbegesiterte hat Samaipata so Einiges zu bieten. In der gesamten Gegend gibt es viele Möglichkeiten durch den Dschungel und über die Gipfel zu wandern. Mit etwas Vorbereitung kann man hier ohne Probleme auch ohne Guide unterwegs sein, allerdings gilt immer: Sicherer ist es mit Führer und die Locals kennen normalerweise die schönsten Wege und besten Aussichtspunkte. Eines der beliebtesten Ziele in der Umgebung sind die ¨Cuevas¨, die von Samaipata aus in etwas mehr einer halben Autostunde zu erreichen sind. Die Taxifahrt kostet 80 Bs (11 €), allerdings für Hin- und Rückfahrt.

¨Las Cuevas¨ entsprechen meiner Vorstellung von einem Garten Eden. Alles ist grün, die Wasserfälle (Cascadas) sehen magisch aus und in dem sandigen Flussbett kann man durch den Dschungel bis zum dritten und höchsten Wasserfall laufen. An unserem ersten Tag hier regnet es, allerdings ist es nicht kalt. Nur in Badehose waten wir den Flusslauf entlang und arbeiten uns barfuß auf schlammigen Pfaden zur letzten Cascada vor. Eigentlich haben wir Glück, denn der Regen schreckt die meisten Ausflügler für heute ab und wir haben den Park fast nur für uns. Das Highlight hier: In jeder der Lagunen unterhalb der Wasserfälle kann man Baden. In die ersten Lagune kann man sogar von den ungefähr 2-3 m hohen Felsen ins kühle Nass springen. Wir sind so verzaubert, dass wir beschließen am nächsten Tag wieder zu kommen.

El Fuerte

Nicht nur Naturfreaks kommen ins Samaipata auf ihre Kosten, denn auch historisch ist die Gegend interessant. Auf einer Bergkuppe ganz in der Nähe des Ortes liegt eine Ausgrabungsstette: ¨El Fuerte¨ hat nicht nur die Ruinen alter Inkatempel zu beiten, sondern auch Relikte einer Zivilisation, die hier schon vor den Inkas gelebt hat. Über die Funktion des ovalen Felsplateaus weiß man nicht wirklich viel. Die Spanier sahen es als Festung, während allerdings mittlerweile klar ist, dass hier religiöse Rituale verübt wurden. Viele, in den Fels gehauene, Nischen dienten den Ureinwohnern als Tempel. Sie bahrten hier ihre Toten auf und huldigten den Göttern. Beeindruckend sind ¨El Fuerte de Samaipata¨ und die angrenzenden Sieldungsreste auf jeden Fall.

Auf den Spuren Che Guevaras

Nicht nur für Fans der indigenen Kulturen ist die Gegend um Samaipata interessant. Auch für Anhänger des Freiheitskämpfers Ernesto ¨Che¨ Guevarra gibt es hier Einges zu sehen, denn der Revolutionär wurde unweit von Samaipata in den Berge erschossen. Wer will kann auf seinen Spuren durch das Valle Grande wandeln und das Denkmal besuchen, dass ihm zu Ehren errichtet wurde. Hier in der Gegend der Guerillero seinen letzten Kampf ausgetragen. Angeblich wurde er gefasst, nachdem seine Einheit bis auf 14 Kämpfer geschrumpft war. 30 km weiter in dem Dorf La Higuera wurde Guevara am 9. Oktober 1967 auf Weisung des bolivianischen Militärs hingerichtet.

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