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Ecuador – Wandern in Quito und zwischen Vulkanen

Ecuador ist ein kleines, aber interessantes Land. Wer auf der Suche nach beeindruckenden Bergen, rauchenden Vulkanen und einer freundlich offenen Bevölkerung ist, wird hier fündig.

Mittlerweile habe ich Kolumbien verlassen. Sechs Monate voller interessanter Begegnungen, paradiesischer Orte und neuen Erfahrungen liegen jetzt hinter mir. Doch die Reise ist noch nicht vorbei. Vor einigen Tagen bin ich in Ecuador angekommen. Der Flug von Bogotá nach Quito war für 140 Dollar sehr kurz und mit Viva Colombia (das Ryanair Südamerikas) auch nicht wirklich bequem. Der Anflug auf den Flughafen in der Hauptstadt Ecuadors ist spektakulär. Erst sieht man die riesige Stadt unter einem, während das Flugzeug dreht, um auf die Landebahn zusteuern zu können. Während der letzten Minuten vor der Landung wirkt es dann, als würde man in einem Canyon fliegen. Rechts und links sind grüne Wiesen und Bäume zu sehen, fast auf der Höhe des Flugzeugs.

Quito ist riesig (vier Millionen Einwohner in der Metropolregion) und deshalb ist die Reise vom Flughafen ins historische Zentrum, in dem ich ein Hostel gebucht hatte, länger als der Flug von Bogotá. Nach eineinhalb Stunden stand ich endlich vor der Tür des „Secret Garden“ Hostels in Quito. Die Herberge ist eine der sympathischsten, in denen ich je war. Bequeme Betten, freundliche Mitarbeiter und eine tolle Dachterrasse mit Bar, in der abends das Internet abgeschaltet wird, tragen dazu bei, dass sich hier jeder wohlfühlt.

Direkt am Hostel startet auch eine Free Walking Tour, die einen durch das historische Zentrum von Quito führt. Perfekt für frisch Angekommene wie mich. Wer die Tour am Montag macht, sieht auch den Wechsel der Wachen am Präsidentschaftspalast – ganz im Stile der Filzhutträger in London. In kolonial – spanischen Uniformen und mit langen Bambusspeeren bewaffnet stehen die Soldaten Spalier und marschieren letztendlich davon. Alles unter den wachsamen Augen von Ecuadors Präsident Rafael Correa oder seinem Vize Glas.

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Rucu Pichincha

Quito hat ziemlich viel zu bieten, vor allem für Natur – und Bergfreaks wie mich. Direkt von der Stadt aus kann man den Vulkan Rucu Pichincha besteigen. Eine Seilbahn (TelefériQo) bringt einen von Quitos angenehmen 3000m auf frische 4000m. Etwa drei Stunden und ein kurzes Stück auf allen Vieren später steht man auf 4700m über dem Meeresspiegel. Wer Glück hat sieht vom Gipfel und auch schon vom Trail aus die ganze Stadt. Als ich oben war, konnte ich allerdings kaum meine Hand vor Augen sehen. Jeder, der in dieser Höhe unterwegs ist, sollte auf den eigenen Körper hören, denn wandern kann einem hier ganz schön zusetzten, vor allem, wenn man noch nicht genügend Zeit hatte, sich in Quito zu akklimatisieren.

Zusätzlich gibt es in Quito alles, was man bei einer Stadt dieser Größe erwarten darf. Es mangelt sicherlich nicht an Museen, Bars, Clubs, Restaurants, Parks, Kirchen, Theatern und Kinos. Jeder Traveller sollte allerdings mindestens einmal in „La Ronda“ gewesen sein. In der Straße am Rande des historischen Zentrums gibt es unzählige Restaurants und Bars und fast alle servieren ecuadorianische Spezialitäten. Meine Empfehlungen: Eine Empanada „de Verde“, eine übergroße „de viento“ (beide mit Käse gefüllt) und dazu Canelazo, ein Heißgetränk aus frischem Saft, verschiedenen Alkoholika und Gewürzen. Himmlisch!

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Otavalo

Wer genug von der Stadt hat, hat von Quito aus viele Möglichkeiten. Eine davon ist der Tagesausflug nach Otavalo, ein geschäftiges Städtchen im Norden des Landes. Die Gemeinde ist vor allem für ihre Märkte bekannt. Der interessanteste für Besucher ist der „Mercado de Artesanias“, angeblich der größte seiner Art. Permanent reihen sich hier hunderte Stände aneinander, Künstler preisen ihr Handwerk an und Händler versuchen Ponchos oder Alpacca Pullis an den Mann zu bringen. Am Wochenende gibt es hier am meisten zu sehen, allerdings ist das Angebot unter der Woche auch nicht schlecht und man kommt um einiges billiger weg. Wir waren fast die einzigen Besucher dort und jeder kam unsrer Preisvorstellung nach, sobald wir uns auch nur in die Richtung eines anderen Standes bewegten.

Cotopaxi  Nationalpark

Eine weitere Möglichkeit für Naturfreaks ist der Ausflug in den Nationalpark Cotopaxi. Der Vulkan hier ist seit langer Zeit nicht mehr wirklich ausgebrochen, raucht aber immer mal gerne etwas vor sich hin und versetzt Quito und die umliegenden Städte in Alarmbereitschaft. Die perfekte Herberge hier ist das „Secret Garden Cotopaxi.“ Es gehört zum gleichnamigen Hostel in Quito. Leider ist der Aufenthalt nicht ganz billig (38 Dollar pro Nacht – alle Mahlzeiten inklusive), aber der Besitzer hat ein ganz nettes Paket für 125 Dollar geschnürt. Drei Nächte, zwei Wanderungen, eine Radtour und alle Mahlzeiten sind mit drin. Man braucht sich also um nichts Gedanken machen. Ich habe es genossen und die Fotos sprechen wohl für sich:

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