Otro Dia en el Paraíso – Kolumbien (7)

Der Cerro Kennedy ist einer der höchsten Gipfel in der Nähe von Santa Marta, den man ohne Führer und relativ problemlos besteigen kann. 2500 Höhenmeter in zwei Tagen auf- und abzusteigen ist zwar ehrgeizig, aber machbar.

Die kolumbianische Sonne im Nacken, Bergschuhe an den Füßen und einen schweren Rucksack auf dem Rücken, so sieht ein gutes Wochenende aus. In der Sierra Nevada de Santa Marta gibt es viele Trecks, aber nur einen, der am Ende die Aussicht auf die zwei höchsten Berge Kolumbiens verspricht: Das einzige Problem an dem Trip auf den „Cerro Kennedy“: Der Weg ist eigentlich eine Fahrstraße, oder wenigstens das, was man in den Bergen darunter versteht. Nur Motorräder und Jeeps schaffen es bis zum Militärstützpunkt auf dem Gipfel. Das Militär ist leider auch der Grund, weshalb man nicht bis ganz auf den Gipfel wandern darf. Zwar steht auf einem der Schild kurz vor dem höchsten Punkt „Bienvenidos al puesto militar Cerro Kennedy“, von Willkommen sein, kann hier auf 3100 Metern allerdings nicht die Rede sein. Kaum nähern wir uns dem Eingang, werden wir schon zurückgeschickt. Nicht einmal Brotzeit dürfen wir am Gipfel machen.

Doch zurück zum eigentlichen Weg. Von Minca aus geht es am Abend des ersten Tages bis zum „Casa Elemento“ Hostel. Die von einem Amerikaner geführte Herberge gehört sicherlich zu den schönsten, die ich bisher gesehen habe. Am nächsten Tag geht es aufwärts, mehr als 2000 Höhenmeter bis zu einem zweiten Camp. Allerdings werden wir schon vorher gewarnt, dass der Besitzer des Hauses kurz vor dem Gipfel im Moment in Santa Marta ist und nicht am selben Tag zurückkommen wird. Egal, wir steigen trotzdem weiter auf. Unter Nadelbäumen richten wir uns schließlich ein perfektes Nachtlager.

Am nächsten Morgen sind die beiden höchsten Gipfel Kolumbiens schon von unserem Lager aus zu sehen. Die Morgensonne taucht alles in ein diffuses, rotes Licht und liefert atemberaubende Bilder. Bald machen wir uns auf den Weg und schnell wird und klar, warum Camping in diesen Höhen mittlerweile eigentlich verboten ist. Hektarweise ist der Wald hier verbrannt. Teilweise laufen wir an noch immer qualmenden Baumstämmen vorbei und der beißende Geruch macht das Atmen schwer. Zu lange hat es in der Sierra Nevada de Santa Marta nicht mehr geregnet, das hat schon der spirituelle Führer der Cogis in der Ciudad Perdida betont.

Nachdem wir wenig freundlich wieder abwärts geschickt wurden, geht auf stark zu gewucherten Wegen abwärts. Für den Abstieg wäre die Straße auch ziemlich langweilig gewesen. Ein Aguila (das lokale Bier) und 6 Stunde später kommen wir am den Wasserfällen von „Pozo Azul“ in der Nähe von Minca an. Müde und verschwitzt stürzen wir uns ins glasklare Wasser und entscheiden, dass 2500 Höhenmeter Abstieg für einen Tag mehr als ausreichend sind. Von hier aus geht es die letzten Meter ins Dorf auf einem Motorrad und kaum abgestiegen, sitzen wir auch schon in einem Jeep, der uns vor unserer Busstation in Santa Marta absetzt. Perfekt.